Neue #Lernhelden braucht das Land

Homeoffice – der Untergang des Abendlandes? Nein, wir brauchen Transformation, Lernangebote und Selbstverantwortung der Wertschöpfenden

Regine Lang M.A., Gründerin der LernHelden.online

Kennt Ihr die Situation? Irritiert fragte mich neulich ein Freund: „Wie soll das weitergehen? Mein Arbeitgeber hat keinen Platz mehr für mich und mein Team. Erst monatelanges Homeoffice, jetzt Shared Desks. Wo, wofür und mit wem arbeiten wir überhaupt?“ Der Freund, nennen wir ihn aus Diskretion hier Martin, fühlt sich nicht mehr zugehörig. Als erfahrene Führungskraft neigt er bestimmt nicht zur Hilflosigkeit, aber die Veränderungen der Arbeitswelt beschäftigen ihn doch mehr als er selbst erwartet hat. Ist das jetzt der Untergang des Abendlandes? 

Arbeiten im Büro, statt Faulenzen im Homeoffice ? 

Den Eindruck kann man manchmal gewinnen. Denn in unserer Beratungspraxis treffen wir oft auf Unternehmensvertreter, die Angst vor dem Untergang ihrer Werte und Unternehmenskultur haben. Homeoffice, virtuelles Arbeiten und Flexibilität – für viele deutsche Traditionsunternehmen ist das unbekanntes Terrain. Die Angst vor dem Kontrollverlust äußert sich dann so: Der Chef ruft um 17 Uhr mit einer vermeintlich wichtigen Frage im Homeoffice an. 

Fehlinterpretation von New Work !?!

Doch eigentlich will er nur schauen, ob die Kollegen auch wirklich arbeiten. Das ist eine Fehlinterpretation der Führungsrolle und ganz allgemein der neuen Arbeitsumgebung. Gerade viele Vorstellungen von Homeoffice gehen komplett an der Realität vorbei, denn 

  • Weniger physische Kontrolle führt nicht ins Chaos. Und umgekehrt verbessert ein „Kontrollanruf“ Arbeitsatmosphäre und Arbeitseinstellung der Kollegen nicht. 
  • Homeoffice bedeutet nicht Faulenzen zu Hause. Und Anwesenheit im Büro alleine garantiert keine hohe Arbeitsleitung. 
  • Feste Büro-Zeiten haben Tradition, aber sind sie in einer globalisierten Welt noch kardinal? Klar, „Morgenstund hat Gold im Mund“, doch irgendwo auf der Welt ist immer Morgenstund.
  • Berufliches und Privates gehören getrennt, so die verbreitete Meinung in deutschen Unternehmen. Doch warum eigentlich sollte man bei der Arbeit keine Freunde finden? 

In der Realität muss Homeoffice keine Bedrohung für Produktivität und Leistung sein. Der gelungene Wandel mal plakativ zusammengefasst: Man geht nicht mehr nach Hause, um sich zu erholen. Sondern man bleibt zu Hause und ist trotzdem produktiv! 

… gelingende Transformation 

Und deshalb geht es bei Homeoffice, oder weiter gefasst New Work, nicht um den Untergang des Abendlandes, sondern ganz im Gegenteil um die Erneuerung. Wir müssen es aber schaffen, die Veränderung zu gestalten, damit sie gelingen kann. Und Veränderung ist unvermeidlich, wie eine Studie des McKinsey Global Institute (MGI) zeigt: Bis 2030 verschärft Corona die Umbrüche am Arbeitsmarkt. 100 Millionen Beschäftigte weltweit und rund 10,5 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland stehen vor massiven Veränderungen. Davon müssen – so die Autoren – 6,5 Millionen Arbeitnehmer weitergebildet werden. Jeder vierte Beschäftigte kann in Zukunft von zu Hause arbeiten (und der Büroleerstand in deutschen Großstädten nimmt natürlich zu). 

Wollen wir bei dieser Entwicklung nicht den Anschluss verlieren, müssen wir zusammen mit der Virtualisierung der Arbeitswelt auch die Transformation von Unternehmenskultur und Führung angehen. Noch einmal zu Martin – wie kann die Transformation gelingen? 

Unternehmenskultur und Führung weiterentwickeln 

Martin benennt ganz klar, was die virtuelle Arbeitswelt bewirkt. Homeoffice an sich ist keine Bedrohung. Aber fehlen die Identifikationspunkte und damit die Haltekräfte, wird unklar, wo man eigentlich hingehört. Reichte früher oft das gebrandete Firmenfoyer auf dem Weg ins Büro, ist eine Verortung in der virtuellen Arbeitswelt weniger simpel. Oder kommen bei Euch Identifikation und ein Gemeinschaftsgefühl auf, wenn der Laptop im Homeoffice als Bildschirmhintergrund das Firmenlogo zeigt?

Als Führungskräfte, aber auch als Teammitglieder braucht Ihr strukturierende Elemente und Soft Skills. Und Ihr müsst diese ebenso für Eure Teams ermöglichen, egal ob im Büro oder im Home Office: Unterscheidungsmotive nutzen, stabile und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen, Resilienz gezielt fördern. Diese Haltekräfte sind gerade im virtuellen Arbeitsumfeld zentral, um die Veränderungen der Arbeit zu meistern und Eure Teams zu ermächtigen. Einen kompletten Kurs zum Selbstlernen haben wir eigens für Führungskräfte konzipiert, um Euch den schnellen Start in exzellente virtuelle Führung zu ermöglichen. Interessierte finden ihn hier: Schnellstart in Exzellente Virtuelle Führung

LernHelden.online In fünf Lektionen und einer BONUS Lektion führen wir Dich durch durch die Grundlagen die es braucht, um deine Teams, Projekte und Veränderungssituationen auf die nächste Stufe zu bringen

Selbstverantwortung der Wertschöpfenden

Die Zeiten sind lange vorbei, in denen man einmal etwas lernte und dann sein gesamtes Arbeitsleben nur noch darauf zurückgreift. Die Arbeitswelt wandelt sich beständig, und das erfordert auch permanente Weiterbildung. #Lernhelden braucht das Land! Wenn Arbeitgeber dieses Lernen fordern und fördern, dann haben wir einen wichtigen Schritt in die Zukunft getan. Für Wertschöpfende – früher sagte man Angestellte – ist das mit mehr Freiheiten, aber auch mit mehr Selbstverantwortung verbunden. 

Suchen wir es uns aus!

Die Welt von morgen ist die des Wandels und der Möglichkeiten. Bewährte Arbeitsformen verschwinden nicht, sondern sie werden durch neue Arbeitsformen erweitert. Wir alle haben mehr Wahlmöglichkeiten, suchen wir uns das Beste aus. 

Ich selber liebe die Effizienz von Technologie-gestützter Zusammenarbeit, aber mindestens einmal die Woche will ich mit meiner Kollegin Katja auch live und in Farbe arbeiten. Und so treffen wir uns mindestens einmal die Woche zum gemeinsamen Arbeiten und Mittagessen im Office H6. Nein, das Homeoffice ist nicht der Untergang des Abendlandes, sondern eine Bereicherung unserer Lebens- und Arbeitswelt. 

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Arbeitet Ihr in einem offenen Umfeld, das sich adaptiert, oder erstickt Ihr in starren Strukturen? Welche #SoftSkills sind für Euch in der virtuellen Arbeitswelt wichtig? Wie geht Euer Unternehmen den Kulturwandel an? 

Wir von den Lernhelden suchen den Dialog mit Euch. Kontaktiert mich gerne direkt, meine Kontaktdaten findet Ihr hier und auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/reginelang/.

Ermächtigt Euch. Es lebe das persönliche Wachstum!

Eure Regine 


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